Vom Waikanae km 1642 bis zum Paekakariki Holiday Park km 1662 – Wandertag 57, 20 km

Nach unserer neuen Planung stand heute ein ganz kurzer Tag auf dem Programm, so dass wir uns viel Zeit mit den packen und frühstücken ließen.

Erst gegen 9:30 Uhr haben wir das Motel verlassen und haben uns wieder auf den Trail begeben.

In Waikanae ging es in einem gepflegten Park immer am Waikanae River entlang. An den Fußgängerbrücken war immer  Betrieb, so dass wir uns mit ein paar Leuten unterhalten haben. Auf einer Picknick-Bank im Schatten haben wir unseren restlichen Schinken und Käse gegessen.

Da wir viel Zeit hätten haben wir auch einige Caches gesucht und gefunden.

Immer entlang des Flusses kamen wir durch das Waikanae Estuary Scientific Reserve direkt zum Strand. Diesen sind wir einige Zeit entlang gelaufen, bis wir hinter die Dünen zu einem Campingplatz in Paraparaumu Beach gegangen sind. Hier wollten wir nach rd. 8 km den Tag beenden, aber die Betreiberin hat uns Rüde zu verstehen gegeben, dass daraus nichts wird. Nicht Mal die Toilette dürfte ich benutzen.

Damit war klar dass unsere Planung erneut geändert werden muss und so haben wir uns für den ca. 12 km entfernten Holiday Park entschieden. Markus hat angerufen und sich versichert, dass wir dort unterkommen.

Mit dieser Entscheidung sind wir wieder zurück an den Strand gelaufen. Die Flut hatte eingesetzt und so mussten wir nach einiger Zeit den Strand verlassen und an der Straße laufen.

Auf dem Weg kamen wir durch Raumati Beach. Hier haben wir bei Pita Pete leckere Pitas mit viel Gemüse gegessen und zum Nachtisch einen Smoothie getrunken.

Mit dicken Bäuchen gingen wir weiter und kamen zum Queen Elizabeth Park, welchen wir auf dem Coastal Walk hinter den Dünen entlang liefen. Im stetigen auf und ab in den Dünen haben wir noch weitere Caches gefunden und sind schließlich am Holiday Park angekommen.

Markus Fuß schmerzt, aber ansonsten war der Tag ohne große Anstrengungen. Dennoch werden wir morgen noch einen Ruhetag machen um dann den Plan und unsere Buchungen einzuhalten sowie uns weiter zu erholen.

Der Tag war sehr sonnig und es hatte immer wieder eine leichte Brise. Das war sehr angenehm, führte aber zu einem leichten Sonnenbrand bei mir.

Auf dem Holiday Park haben wir unser Zelt aufgestellt, haben geduscht und zu Abend gegessen. Mal sehen was der Tag morgen bringt. Ich freu mich drauf.

Waikanae Ruhetage (2)

Nach den Tararuas haben wir uns entschieden einen Ruhetag einzulegen, so dass Markus seinen Fuß und den Knöchel von einem Arzt anschauen lassen kann.

Es tut richtig gut in einem guten Bett zu schlafen, da fühlt man sich deutlich besser erholt an nächsten Tag. Zudem hatten wir ein gutes Frühstück mit Lamm-Würstchen (allerdings wohl eher Grill-Würstchen), Eiern und Toast, so dass wir den Ruhetag gut erholt beginnen konnten.

Leider war das Medical Center in Waikanae schon völlig ausgebucht, so dass Markus mit dem Zug in den nächsten Ort (Paraparaumu) gefahren ist und hat sich dort untersuchen lassen.

Ich habe währenddessen unsere Planung überarbeitet und geschaut welche Möglichkeiten wir noch bis Wellington haben. In Wellington haben wir unsere Unterkunft an dem 25.12. gebucht, so dass wir jetzt noch einiges an Zeit zur Verfügung haben.

Die Diagnose für den Knöchel war, dass er geschont werden sollte aber es ist nichts gerissen ist so. Zu den Schmerzen im Vorfuß war die Diagnose nicht eindeutig. Es könnte ein Spannungsbruch sein, aber auf den Röntgenbildern war (noch) nichts zu sehen. Daher war die Empfehlung – weiterlaufen und in 4 Wochen nochmal anschauen/röntgen zu lassen. 

Damit haben wir meine neue Planung erneut neu geplant, so dass wir direkt noch eine weitere Nacht im Motel in Waikanae verbringen werden.

Also haben wir für das Abendessen noch ein wenig Wurst und Käse eingekauft damit wir Mal wieder ein Vesper hatten.

Alles in allem war der erste Ruhetag wirklich sehr geruhsam, bis auf den Arztbesuch.

Der zweite Ruhetag startete wir der erste mit einem guten Frühstück, das wir, für unsere Verhältnisse, sehr spät hatten, nämlich erst um 8:45 Uhr.

Nach dem Frühstück sind wir mit dem Bus nach Waikanae Beach gefahren und haben den Strand erkundet. Der Strand ist sehr schön und es war sonnig, so dass wir uns eine Weile an den Strand gelegt haben. Leider war der Wind recht stark, so dass man in kürzester Zeit mit Sand bedeckt war. Vor allem bleibt der Sand auch sehr gut haften wenn man sich mit Sonnencreme eingecremt hat.

Nach dem Strandbesuch haben wir uns hinter den Dünen in ein Café gesetzt und uns mit Chilli-Cheese-Pommes und einem Ananas-Ingwer-Tart verwöhnt. 

Mit den Bus ging es dann wieder zurück nach Waikanae. Im Ort angekommen, habe ich die Chance genutzt beim Friseur vorbei zu gehen und meine inzwischen nachgewachsenen Haare schneiden zu lassen. Das Ergebnis seht ihr auf den Bild.

Danach ging es erstmal nur darum die Haare und den Sand wieder aus den Klamotten zu bekommen und zu duschen. Den Rest des Tages haben wir unsere Knochen und Muskeln regenerieren lassen.

Zum Abendessen haben wir unseren, mit dem Motel gebuchten Pizza-Deal (10$ zahlen und einen Vocher über 20$ für eine Pizzeria bekommen), eingelöst. Sehr sehr lecker.

Danach haben wir unsere Rucksäcke gepackt, den morgen werden wir wieder ein wenig wandern.

Die Ruhetage haben sehr zur Erholung beigetragen und wir freuen uns auf die kommenden, zum Teil sehr kurzen, Wandertage. 

Von der Waitewaewae (YTYY) Hütte km 1608 bis nach Waikanae km 1642 – Wandertag 56, 34 km (gelaufen 10km in 5h)

Die Nacht war ziemlich gut und wir sind „erst“ um 6 Uhr aufgestanden und um 7 Uhr sind wir, gemeinsam mit Anouck, los. Kurz bevor wir los gingen hat es angefangen zu regnen, so dass wir die Regen-Cover über die Rucksäcke gepackt  und die Regenjacken angezogen haben. 

Es ging wieder durch einen schönen Wald. Der Weg war angenehm zu laufen bis wir zu einem Abzweig kamen der uns über einen neuen Weg (der alte wurde wegen eines Bergrutsches vorübergehend geschlossen) führte.

Dieser Weg machte aus einem 3-4h Weg einen 4-5h Weg. Der Pfad führte über viele gefällte Bäume, steile und rutschige Felsen, dichte Büsche und über rutschige Steine. Meine Muskeln waren von den letzten beiden Tagen noch sehr beansprucht, so dass ich min. zwei mal gefallen bin, weil ich das Gleichgewicht nicht mehr ausgleichen konnte. Zum Glück ist nichts passiert, aber ich war über mich selbst maßlos ärgerlich, warum gerade jetzt meine Kraft mich verlässt. Im Nachhinein war es ein Zeichen, dass meine Muskeln einfach Erholung brauchen. 

Nach gefühlt, sehr langer Zeit, trafen wir wieder auf den „alten“ Weg. Dieser war wieder sehr gut gepflegt und einfach zu gehen. Auf diesem haben wir, nachdem wir den Wald verlassen hatten, Pause gemacht und etwas gegessen. Danach haben wir die letzten Kilometer in Angriff genommen. 

Der Weg war bis zum Ende einfach und schön. Zum Ende hin kam auch die Sonne wieder raus, dennoch waren wir sehr froh, das wir den Empfehlungen von John, vom Makahika Outdoor Center, gefolgt sind. Bei Regen und dem Wind, den wir selbst im Wald spüren konnten, möchte ich nicht über den Grat laufen.

Bevor wir zum Parkplatz Otaki Forks kamen ging es nochmal über den Otaki River. Auch diesmal über eine Hängebrücke. Diese war aber mit Holzbrettern ausgelegt, besser für Markus aber nicht gut. 

Am Parkplatz angekommen, waren wir alle drei sehr glücklich, und einig, das wir die Nacht nicht im Zelt verbringen wollen. Markus und ich wollen in den nächsten größeren Ort hitchen, um möglichst zu einem Arzt zu kommen um Markus Knöchel anschauen zu lassen. Anouck wollte auf jeden Fall nach Waikanae. 

Also haben wir die Personen an Parkplatz nach Mitfahrgelegenheiten gefragt. Eine junge Mutter mit ihrer Tochter und ihren Eltern haben uns dann mit nach Otaki genommen. Es waren Deutsche, so war die Kommunikation sehr einfach. Ich bin im Auto mit Oma, Mutter und Tochter gefahren und Markus im Campervan mit dem Opa und unserem Gepäck. 

In Otaki haben wir uns in einem Kaffee mit heißer Schokolade, Kaffee, Panini und Zimt-Dattel-Brötchen gestärkt, haben die Unterkunft für die nächsten beiden Nächte in Waikanae gebucht (ein Motel) und sind dann weiter nach Waikanae per Anhalter. 

Dort angekommen, haben wir erst mal geduscht, Wäsche gewaschen (die Socken haben wir zweimal von Hand vorgewaschen) und dann bin ich Einkaufen gegangen. Nach der Dusche fühlt man sich endlich wieder sauber und stadtfähig und die Wäsche riecht wieder so dass man sie auch anziehen möchte. 

Zum Abendessen haben wir Nudeln mit Gemüse-Käse-Soße gekocht. Endlich wieder viel frisches Gemüse und Ginger Beer.

Wieder ein guter Wandertag in einem schönen Wald. Der mit aber auch gezeigt hat dass ich kräftemäßig ans Limit gegangen bin. Ich bin mehr als Stolz dass wir die Tararuas schneller als gedacht gemeistert haben.

Von der Dracophyllum Hut km 1596 bis zur Waitewaewae Hütte km 1608, Wandertag 55, 12 km

Die Nacht war für mich nicht sehr erholsam. Zu warm und zu eng. Dennoch sind wir auch heute wieder um 6:00 Uhr gestartet. Jur hat noch geschlafen.

Zuerst ging es wieder durch den Wald bei wolkenlosem Himmel. Immer wieder auf und ab und schließlich bergauf über den Puketoro. Und weiter bis zur nächsten Hütte, der Nichols Hütte. Dort haben wir um ca. 10 Uhr eine lange Pause gemacht und wie immer etwas gegessen.

Als wir wieder aufbrachen traf Jur gerade ein. Von der Hütte ging es steil bergan auf den Gipfel des Mt. Crawford. Bei immer noch strahlendem Sonnenschein haben wir den Gipfel überquert und sind über den Grat zum Junction Knob gelaufen. Die Aussicht war überwältigend. Man konnte sich kaum satt sehen. Und wir konnten wieder die Südinsel sehen.

Von dort aus ging es über den Shoulder Knob an den Abstieg. Es ging von 1460 Hm auf 200 Hm runter schön durch den Wald bis zum Ohau Fluss und zur Waitewaewae Hütte.

Leider hat sich Markus beim Beginn des Abstiegs den Fuß umgeknickt und hatte starke Schmerzen. Daher bin ich schneller den Berg hinunter geeilt um in der Hütte einen guten Schlafplatz (nicht oben im Stockbett) für Markus zu reservieren. Auf dem Weg zur Hütte muss noch der Ohau River auf einer Hängebrücke überquert werden.

Die Hütte liegt schön an Fluss und ist recht neu. Perfekt für ein Bad im Fluss, was wir auch gemacht haben. Das war sehr erfrischend und eine gute Kühlung für Markus Knöchel.

Das Wasser war sehr klar und tief genug zum reinspringen. Das hat Mal wieder richtig Spaß gemacht. Im Wasser hat etwas meinen Fuß gestreift und an meinem Zehen genuckel. Das war ein Süßwasser-Aal.

In der Hütte haben wir auch Brena, Charlotte, Laura, Dominik, Jur und Mike getroffen.

Bis zum Abendessen war Markus Knöchel auf Ei-Größe angeschwollen. Hoffentlich ist das nichts Ernstes.

Auch heute waren die Wege super. Anspruchsvoll aber gut zu gehen.
Das Wetter war perfekt, super sonnig mit einer leichten Brise. 

Vom Makahika Outdoor Pursuit Center km 1569 bis zur Dracophyllum Hut km 1596 – Wandertag 54, 26 km

Heute war die Nacht um kurz nach 05:00 Uhr zu Ende. Um 6:00 Uhr sind wir vom Makahika Outdoor Center gestartet.

Die Entfernungen in den Tararua Ranges werden nicht in km gemessen sondern in Stunden, da die Schwierigkeit des Terrains besser in der Dauer für die zu bewältigende Strecke gemessen werden kann.

Die ersten Kilometer waren Straße bis zum Parkplatz, dem Ausgangspunkt für den Track. Heute stand der Aufstieg zur Te Matawai Hut auf dem Plan, angegeben mit 8h Wanderzeit.

Gemäß der Empfehlung von John sind wir nicht den Te Araroa gefolgt, sondern sind erst dem „Ohau Gorge“-Pfad gefolgt und sind dann auf einen Parallelweg zum TA, dem „Gables End Track“, eingestiegen. Auf diesem sind wir durch schönen Wald von 200 Hm auf rd. 990 Hm aufgestiegen. Nach ca. 2/3 der Strecke verlief der Pfad über der Baumgrenze mit sehr schönen Aussichten bis zum Richards Knob. 

Nach dem Aufstieg ging es auf 660 Hm zum Butcher Saddle wieder hinunter in den Wald. Um dann zur Te Matawai Hütte auf 890 Hm wieder aufzusteigen. Der Aufstieg war für mich sehr fordernd, so dass ich, als ich endlich ankam, vor Erleichterung ein paar Tränen vergossen habe. Zudem sind wir alle in unseren jeweiligen Tempo gelaufen, so dass die meiste Zeit jeder für sich alleine war. 

In der Hütte, die nicht besonders einladend war, haben wir zu Mittag gegessen, Wasser gefiltert und darüber diskutiert, ob wir noch weitere 4h bis zur nächsten Hütte laufen. Wir haben uns dafür entschieden und auch damit Johns Empfehlung zu folgen. Bevor wir uns auf den Weg gemacht haben, hat Anouck noch die Leckerei (Geschenk von Sally und John) ausgepackt. Ferrero Rocher. Das hilft für die Motivation.

Also ging es von der Hütte auf den Pukematawai Berg auf rd. 1400m hoch. Um im Anschluss zur Dracophyllum Hütte zu laufen. Der Wald war wunderschön und die Wege waren, bis auf ein paar umgefallene Bäume, die zu umgehen waren, sehr schön und gut gepflegt. Das konnte ich während dem Laufen nicht wirklich genießen aber im Nachhinein war es sehr schön und abwechslungsreich. Markus hat uns die ganze Strecke über mit guter Laune motiviert. Ohne dass wäre ich nicht zur nächsten Hütte genommen.

In der Dracophyllum Hütte sind wir um 18:40 Uhr angekommen und waren total erledigt. Jur, ein Holländer, war bereits an der Hütte, so dass wir uns dazu gesellten.
Wir haben versucht unsere nass geschwitzten Sachen zu trocknen während wir uns organisierten und gegessen haben. Zwischendurch haben wir auch den an der Hütte versteckten Geocache gefunden. Ein FTF, d.h. wir waren die ersten die ihn gefunden haben!

Die Hütte ist für zwei Personen ausgelegt und hat ein Stockbett. Ein Bett hatte Jur bereits belegt, so dass Markus und ich im oberen Stockbett unter der Dachschräge ein Bett teilten und Anouck legte ihre ISO Matte in den Flur, damit war die Hütte mehr als voll.

Der Tag war der längste Wandertag und für mich auch der fordernste bisher. Aber die Sonne schien und Markus hat Anouck und mich den ganzen Weg von der Te Matawai Hütte bis zur Dracophyllum Hütte motiviert und aufgemuntert daher war der Tag super. 

Vom Staudamm Tokumaru Nr. 3 km 1553 bis zum Makahika Outdoor Pursuit Center km 1569 – Wandertag 53, 16 km

Nach einer wolkenlosen Nacht mit viel Schlaf sind wir bei kühlen 12C° aufgewacht. Da ein kürzerer Tag auf dem Plan stand haben wir uns etwas Zeit gelassen und noch eine heiße Milch aus Milchpulver gemacht, ist zwar nicht so gut wie richtige Milch aber warm.

Um 6:50 Uhr sind wir dann los. Der erste Kilometer war noch auf Schotterstraße entlang des Stausees. Direkt danach ging es auf den Mangahao-Makahika Track.

Der Track führt durch den Wald und querte den Blackwood Stream. Der Wald war sehr schön. Das wandern auf diesem sehr gut gepflegten Weg und in den Wald hat sehr viel Spaß gemacht. Es ging bergab und bergan. Nach der Hälfte kamen wir zu einem Aussichtspunkt. Dort haben wir in der Sonne mit Blick auf die Umgebung und die Tararua Ranges Pause gemacht.

Da ich langsamer als Markus war und sich der Weg ziemlich hinzog, hatte ich schon vermutet, das ich den Aussichtspunkt verpasst hätte, aber dem war zum Glück nicht so.

Nach der Pause ging es weiter auf den Track. Beim zweiten Aussichtspunkt, dem  Archies Lookout konnten wir das erste Mal die Südinsel Neuseeland sehen! Es ist der Wahnsinn, dass wir bald die Nordinsel durchwandert haben.

Auf den Track ging es nun steil bergab. Bis wir zum Makahika Stream und einer ehemaligen Eisenbahn kamen. Der Track verlief entlang des Bachs und querte diesen unzählige Male. Gut dass es in der letzten Zeit sehr trocken war, ansonsten wäre der Weg sehr matschig und die Querungen deutlich tiefer und schwieriger gewesen.

Im Makahika Tal liefen wir dann auf eine Lichtung, mitten in Nichts. Auf der Lichtung eine Toilette und eine  Eröffnungsplakette für diesen Trail.

Im Tal ging es dann weiter und wir gelangten zu einem Stile (Zaunüberquerung), der uns Mal wieder auf Farmland brachte. Hier mussten wir ein letztes Mal den Fluss queren bevor wir auf den Poulten Drive, eine Schotterstraße kamen.

Der Straße folgten wir ca. 30 min. Bis zu unseren heutigen Ziel dem Makahika Outdoor Pursuit Center.

Dort angekommen würden wir von Sally herzlich begrüßt und haben ein Radler und eine Banane bekommen. John, ihr Mann hat uns auch begrüßt. Beide haben uns zur Lodge geschickt, dort durften wir ein großes Zelt beziehen, eine heiße Dusche genießen und Wäsche waschen. Da die Waschmaschine belegt war und gerade zwei Damen dabei waren die Anlage zu reinigen, hat eine der Damen das in die Hand genommen und später dann auch noch in den Trockner geworfen. Einfach genial. Wieder ein Beispiel der Freundlichkeit der Kiwis.

Im großen Aufenthaltsraum haben wir es uns gemütlich gemacht, relaxed und gelesen.

Später kamen dann Anouck und Kate an. Anouck hatten wir nicht erwartet so schnell wieder zu sehen. Schön.

John, der Host, hat uns am Abend die Wettervorhersage für die nächsten Tage gebracht, und einiges zu den Tararua Ranges erzählt. Wenn man die Tararuas wie wir durchläuft, läuft man normalerweise 3 Tage und hat an dritten Tag den höchsten Berg, Mt. Crawford zu überqueren und dann einen Grat zu folgen. Mt. Crawford und der Grat sind sehr windanfällig, weil dort die Winde von Süden das erste Mal auf Land treffen, d.h. sie sind damit sehr stark und auch böig. Dies zusammen mit dem unberechenbaren Wetter und schwer zu gehenden Wegen machen die Schwierigkeit der Tararuas aus. Der Wettervorhersage zufolge wird wohl am Montag schlechtes Wetter kommen und der Wind wird stärker. Seine Empfehlung war möglichst am Samstag eine Hütte weiter als geplant zu laufen und somit schon am Sonntag über den Mt. Crawford gehen zu können, bei dann noch schönem Wetter. 

Kate hat aufgrund dieser Vorhersage abgesagt und wird nach Hause fahren, als Kiwi hat sie genug Möglichkeiten dies nachzuholen. Anouck hat sich uns angeschlossen und hatte dafür von den Hosts das erforderliche Essen bekommen, da sie noch nicht genug gekauft hatte und die Fahrt zum Einkauf am nächsten Tag zulange gedauert hätte.

Mal sehen was die nächsten Tage bringen. Spannend wird es sicher. Heute war auf jeden Fall ein schöner sonniger und einfacher Tag.

Vom Parkplatz beim Back Track km 1530 bis zum Staudamm Tokumaru Nr. 3 km 1553 – Wandertag 52, 23 km

In der Nacht hat es geregnet und ziemlich stark gewindet. Geschlafen haben wir im Zelt dennoch sehr gut.

Um 6:20 Uhr sind wir gemütlich los gelaufen. Der Himmel war dunkel bewölkt und es war deutlich kühler wie die letzten Tage, zum wandern sehr angenehm.

Zu Beginn sind wir den Back Track gelaufen, ein Wander- und Radweg. Meist geschottert und einfach zu gehen. Schöne Ausblicke und Hinweisschilder bei Telefonempfang inklusive.

Danach ging es auf Schotterstraße weiter bis zum nächsten Track, dem Burttons Track. Auf dem Weg hat es angefangen zu regnen, aber es hat sehr schnell wieder aufgehört. Das hat sich immer wieder wiederholt, Aprilwetter in Neuseeland.

Kaum sind wir in den Track eingebogen haben wir uns in einem dichten Wald wiedergefunden. Ein sehr schöner Track mit einiger Abwechslung. Es ging steil im Wald bergab bis zu einem Fluss, den Tokumaru River, diesen haben wir mehrfach gequert und sind an den Seiten des Flusses in stetem auf und ab gewandert.

Der Weg war gut gepflegt aber schmal und deutlich anspruchsvoller zu gehen als die Radwege oder die Schotterstraßen. Eine gute Vorbereitung für die anstehenden Tararua Ranges.

Nach 15 km auf dem Burttons Track ging es auf Schotterstraße weiter. Bis zu unserem heutigen Ziel dem Tokamura Nr. 3 Staudamm. Direkt bei der Staumauer und dem Damm war ein Flecken Gras. Markus ist noch bis zum Ende des Stausees gelaufen, hat aber keinen anderen Platz fürs Zelt mehr entdeckt.

Also haben wir unser Zelt auf dem Grasflecken aufgestellt und wir haben den Rest des Tages genossen.

Ein schöner Tag auf einem schönen Track mit viel Abwechslung sowohl im Wetter wie auch in den Aussichten und den Wegen 

Von Palmerston North km 1504 bis Parkplatz am Back Track km 1530 – Wandertag 51, 26 km

Heute wollten wir früh starten, also sind wir noch vor 6:00 Uhr aufgestanden, haben versucht möglichst leise zu sein, aber es waren schon alle wach.

Wir haben unsere Toasts gefrühstückt und aus dem Rest haben wir Sandwiches gemacht und eingepackt.

Während wir unser Frühstück genossen haben hat Rain seinen verdorbenen Magen entleert. Er hat Kidneybohnen gegessen ohne diese zuvor einzuweichen und hat sich damit vergiftet.

Um 6:40 Uhr sind wir dann nach dem Foto-shooting von Anthony auch los. Anthony macht von allen TA Hikern, die bei ihm übernachtet haben, Bilder mit Gepäck und dokumentiert so alle Besucher.

Zuerst ging es, wie gestern mit dem Rad, am Ufer des Manawatu entlang. Von dort ging es über eine Brücke zu einem Park, dem Bledisloe Park. Diesen haben wir durchquert und sind im Anschluss auf der Straße weitergelaufen.

Zwischendrin gab es immer wieder Abschnitte auf kleinen Tracks. Nach ca. 7 km hat uns Brena überholt. Der Weg war schön zu laufen und es ging zumeist auf Schotterstraßen voran. Bis zu einer geschlossenen Straße, die jetzt nur noch als Wander- und Fahrrad-Strecke genutzt werden darf.

Auf dieser Strecke kam ein Schild mit der Aufschrift „Halbzeit“ in Sicht und auf dem Schild sollten die TA Hiker Gedanken und Eindrücke der Wanderung usw. hinterlassen. Eine sehr nette Idee. Und tatsächlich wir haben jetzt die Hälfte der Strecke des TA erreicht. Wahnsinn.

Hier haben wir Laura getroffen. Da wir noch Geocaches gesucht haben, hat sie uns überholt.

Danach ging es nur noch auf Schotterstraße weiter. An einem Rastplatz und nach weiteren kleinen Pausen haben wir Laura wieder gesehen. Sie wird heute sicher weiter laufen wie wir, daher sind wir getrennt gelaufen.

Am nächsten Parkplatz haben wir uns entschieden für heute genug gewandert zu sein. Wir haben unser Zelt neben einer Picknickbank aufgestellt, haben uns eingerichtet und sind zu einem Picknick-Platz namens „Swimminghole“ gelaufen. 

Da es heute wieder warm und nur leicht bewölkt war (zumindest am Nachmittag. Vormittags war es stärker bewölkt und kühler) haben wir dort nackig gebadet und das kühle Wasser genossen.

Der Parkplatz ist recht frequentiert, es kommen immer wieder Autos mit Bikern, die eine Runde auf den Mountainbike Strecken. Aber wir haben auch eine Gruppe Biker aus Palmerston North getroffen, und unter denen war auch der Sohn von Anthony, unseren letzten Wirt. Sehr nett.

Später ist dann auch Charlotte vorbei gelaufen. Wir zählen definitiv zu den“alten“ auf dem TA. Die meisten sind so um die 20 bis 25.

Das Abendessen konnten wir bequem auf der Picknickbank zu uns nehmen. Während wir aßen kam ein Hahn sehr nahe zu uns und wollte vermutlich auch etwas abbekommen. Ein schönes Tier.

Der Tag war schön, sowohl das Wetter betreffend wie auch von den Wegen. Die Freude am wandern ist zurück und es liegen einige spannende Tage in den Tararua Ranges vor uns.

Palmerston North – Ruhetag

Die Betten in der nachgebauten Hütte waren sehr weich aber wir haben dennoch gut geschlafen.

Wir sind spät aufgestanden und haben den Vormittag mit Anthony, Fiona und Brenna verbracht. Nachdem Anthony und Fiona zur Arbeit gegangen sind, haben wir gemütlich gefrühstückt mit Toast, Wurst, Käse, usw..

Die beiden haben Räder zur Verfügung gestellt, so dass wir zwei geliehen haben und am Fluss entlang zu einem Park gefahren sind, vorbei an einem Schulausflug mit geschätzt 120 Kindern, und dort Vogel-Volieren und einen Rosengarten angeschaut haben. Von dort aus sind wir ins Stadtzentrum um die letzten Erledigungen zu machen. 

Markus hat eine Lego-Ausstellung besucht während ich die letzten Einkäufe gemacht habe.

Leider hatte eines der Räder ein Loch im Hinterrad, so dass wir im Stadtzentrum eine Pumpe ausgeliehen. Ungefähr den halben Rückweg hat der Reifen gehalten. 

Zurück bei Fiona und Anthony haben wir den Reifen geflickt, die Isomatte von Markus repariert und die kleinen Löcher in meinem Rucksack genäht. Sehr produktiv. 

Danach haben wir einen späten Lunch (in Neuseeland übrigens „Tee“ genannt) gemacht. Steak und Salat. Sehr lecker

Zum frühen Abend hin kamen noch drei weitere Hiker. Rain, Laura und Charlotte.

Brenna und Rain haben aus Datteln, Nüssen und Sonnenblumenkerne usw. Müslibars gemacht.

Ein ruhiger und sonniger Tag mit vielen neuen Gesichtern. 

Von Feilding km 1485 nach Palmerston North km 1504 – Wandertag 50, 19 km (gelaufen ca. 7 km)

Die Nacht im Bett war wunderbar. Wir haben sehr gut geschlafen. Um kurz vor 7 Uhr hatten wir noch einen Tee zum Frühstück bevor wir Fotos mit Glen und Tolin gemacht haben und uns herzlich verabschiedet haben.

Zuerst ging es in die Innenstadt zum Rosebowl Bäcker, wo wir unser Frühstück erstanden und gegessen haben. Es gab leckere Toasties und für mich eine Caramel Latte und Markus hatte eine heiße Schokolade. Danach gab es noch einen Muffin mit Schokolade und Caramel. Unglaublich lecker und genügend Zucker für den Tag.

Mit vollem Magen ging es dann auf der Straße in Richtung Palmerston North. Die Karte zeigte und viele Kilometer auf einer geraden langen Straße, genannt Highway.

Neben uns hielten zwei Fahrzeuge und die jungen Männer haben sich kurz unterhalten. Julie hat einen der beiden kurzerhand gefragt, ob sie nach Palmerston North fahren und ggf. eine Person mitnehmen würden. Nach einem Blick zu Markus und mir hat sie die Frage mit einem Lachen im Gesicht auf drei Personen ausgeweitet. Und ja, die beiden haben uns mitgenommen.

Im Norden der Stadt haben sie uns wieder raus gelassen. Tod, unser Fahrer hat zwei Kinder so dass wir ihm zwei Kleinigkeiten von unserem Mitbringsel geschenkt haben (ein Armband mit der Deutschland Flagge und ein Schlüsselanhänger mit Stuttgart). Er hat sich total gefreut.

Danach haben wir uns auf den Weg in die Innenstadt von Palmerston North gemacht. Haben uns in ein Café gesetzt und geplant wir es die nächsten Tage weitergeht. Danach war klar, das wir für neun Tage Essen Einkaufen müssen, und dass wir morgen einen Ruhetag machen, damit Markus seinen Fuß kurieren kann und wir gut erholt den nächsten sehr anspruchsvollen Part des Trails in Angriff nehmen können.

So sind wir vom Café zum nächsten Outdoor laden um die dehydrierten Essen einzukaufen. Die Auswahl dort war sehr gut und nach einem kurzen Gespräch mit dem Chef des Ladens konnten wir auch gleich die Abendessen für die Südinsel (ca. 30 Tage ohne Einkaufsmöglichkeiten für dehydrierte Nahrung) einkaufen. Zum einen hat er uns einen guten Preis gemacht und zum anderen sendet er die Essen an das Hostel in Wellington, so dass wir dort die Essenspakete packen und versenden können.

Mit den neuen Essen für die nächsten Tage haben wir uns dann zu unseren heutigen Unterkunft begeben. Zu Anthony und Fiona. Die haben in ihrem Garten eine typische Hütte des DOC nachgebaut und laden TA Hiker und Biker ein hier für eine Spende zu übernachten. Sehr cool.

Dort angekommen hat uns Anthony einen Tee angeboten und gezeigt wo die Toilette, Dusche, usw. zu finden sind. Die Freundlichkeit und die Vertrauensseligkeit ist wirklich unbeschreiblich.

Wir haben unsere Wäsche gewaschen und Anthony hat uns und Brena zum Einkaufen gefahren. So konnten wir alles für die nächsten Tage schon besorgen.

Abends wurden wir von Anthony zum Abendessen, einem Linsencurry mit Reis und Salat, eingeladen. Wir haben unsere Chips, die Schokolade und Bier beigetragen. Wir saßen lange draußen und haben geredet.

Der Wind und die Wolken haben uns heute den Tag gut ertragen lassen. Hoffentlich bleibt es auch die nächsten Tage trocken.