Von der Waitewaewae (YTYY) Hütte km 1608 bis nach Waikanae km 1642 – Wandertag 56, 34 km (gelaufen 10km in 5h)

Die Nacht war ziemlich gut und wir sind „erst“ um 6 Uhr aufgestanden und um 7 Uhr sind wir, gemeinsam mit Anouck, los. Kurz bevor wir los gingen hat es angefangen zu regnen, so dass wir die Regen-Cover über die Rucksäcke gepackt  und die Regenjacken angezogen haben. 

Es ging wieder durch einen schönen Wald. Der Weg war angenehm zu laufen bis wir zu einem Abzweig kamen der uns über einen neuen Weg (der alte wurde wegen eines Bergrutsches vorübergehend geschlossen) führte.

Dieser Weg machte aus einem 3-4h Weg einen 4-5h Weg. Der Pfad führte über viele gefällte Bäume, steile und rutschige Felsen, dichte Büsche und über rutschige Steine. Meine Muskeln waren von den letzten beiden Tagen noch sehr beansprucht, so dass ich min. zwei mal gefallen bin, weil ich das Gleichgewicht nicht mehr ausgleichen konnte. Zum Glück ist nichts passiert, aber ich war über mich selbst maßlos ärgerlich, warum gerade jetzt meine Kraft mich verlässt. Im Nachhinein war es ein Zeichen, dass meine Muskeln einfach Erholung brauchen. 

Nach gefühlt, sehr langer Zeit, trafen wir wieder auf den „alten“ Weg. Dieser war wieder sehr gut gepflegt und einfach zu gehen. Auf diesem haben wir, nachdem wir den Wald verlassen hatten, Pause gemacht und etwas gegessen. Danach haben wir die letzten Kilometer in Angriff genommen. 

Der Weg war bis zum Ende einfach und schön. Zum Ende hin kam auch die Sonne wieder raus, dennoch waren wir sehr froh, das wir den Empfehlungen von John, vom Makahika Outdoor Center, gefolgt sind. Bei Regen und dem Wind, den wir selbst im Wald spüren konnten, möchte ich nicht über den Grat laufen.

Bevor wir zum Parkplatz Otaki Forks kamen ging es nochmal über den Otaki River. Auch diesmal über eine Hängebrücke. Diese war aber mit Holzbrettern ausgelegt, besser für Markus aber nicht gut. 

Am Parkplatz angekommen, waren wir alle drei sehr glücklich, und einig, das wir die Nacht nicht im Zelt verbringen wollen. Markus und ich wollen in den nächsten größeren Ort hitchen, um möglichst zu einem Arzt zu kommen um Markus Knöchel anschauen zu lassen. Anouck wollte auf jeden Fall nach Waikanae. 

Also haben wir die Personen an Parkplatz nach Mitfahrgelegenheiten gefragt. Eine junge Mutter mit ihrer Tochter und ihren Eltern haben uns dann mit nach Otaki genommen. Es waren Deutsche, so war die Kommunikation sehr einfach. Ich bin im Auto mit Oma, Mutter und Tochter gefahren und Markus im Campervan mit dem Opa und unserem Gepäck. 

In Otaki haben wir uns in einem Kaffee mit heißer Schokolade, Kaffee, Panini und Zimt-Dattel-Brötchen gestärkt, haben die Unterkunft für die nächsten beiden Nächte in Waikanae gebucht (ein Motel) und sind dann weiter nach Waikanae per Anhalter. 

Dort angekommen, haben wir erst mal geduscht, Wäsche gewaschen (die Socken haben wir zweimal von Hand vorgewaschen) und dann bin ich Einkaufen gegangen. Nach der Dusche fühlt man sich endlich wieder sauber und stadtfähig und die Wäsche riecht wieder so dass man sie auch anziehen möchte. 

Zum Abendessen haben wir Nudeln mit Gemüse-Käse-Soße gekocht. Endlich wieder viel frisches Gemüse und Ginger Beer.

Wieder ein guter Wandertag in einem schönen Wald. Der mit aber auch gezeigt hat dass ich kräftemäßig ans Limit gegangen bin. Ich bin mehr als Stolz dass wir die Tararuas schneller als gedacht gemeistert haben.

Von der Dracophyllum Hut km 1596 bis zur Waitewaewae Hütte km 1608, Wandertag 55, 12 km

Die Nacht war für mich nicht sehr erholsam. Zu warm und zu eng. Dennoch sind wir auch heute wieder um 6:00 Uhr gestartet. Jur hat noch geschlafen.

Zuerst ging es wieder durch den Wald bei wolkenlosem Himmel. Immer wieder auf und ab und schließlich bergauf über den Puketoro. Und weiter bis zur nächsten Hütte, der Nichols Hütte. Dort haben wir um ca. 10 Uhr eine lange Pause gemacht und wie immer etwas gegessen.

Als wir wieder aufbrachen traf Jur gerade ein. Von der Hütte ging es steil bergan auf den Gipfel des Mt. Crawford. Bei immer noch strahlendem Sonnenschein haben wir den Gipfel überquert und sind über den Grat zum Junction Knob gelaufen. Die Aussicht war überwältigend. Man konnte sich kaum satt sehen. Und wir konnten wieder die Südinsel sehen.

Von dort aus ging es über den Shoulder Knob an den Abstieg. Es ging von 1460 Hm auf 200 Hm runter schön durch den Wald bis zum Ohau Fluss und zur Waitewaewae Hütte.

Leider hat sich Markus beim Beginn des Abstiegs den Fuß umgeknickt und hatte starke Schmerzen. Daher bin ich schneller den Berg hinunter geeilt um in der Hütte einen guten Schlafplatz (nicht oben im Stockbett) für Markus zu reservieren. Auf dem Weg zur Hütte muss noch der Ohau River auf einer Hängebrücke überquert werden.

Die Hütte liegt schön an Fluss und ist recht neu. Perfekt für ein Bad im Fluss, was wir auch gemacht haben. Das war sehr erfrischend und eine gute Kühlung für Markus Knöchel.

Das Wasser war sehr klar und tief genug zum reinspringen. Das hat Mal wieder richtig Spaß gemacht. Im Wasser hat etwas meinen Fuß gestreift und an meinem Zehen genuckel. Das war ein Süßwasser-Aal.

In der Hütte haben wir auch Brena, Charlotte, Laura, Dominik, Jur und Mike getroffen.

Bis zum Abendessen war Markus Knöchel auf Ei-Größe angeschwollen. Hoffentlich ist das nichts Ernstes.

Auch heute waren die Wege super. Anspruchsvoll aber gut zu gehen.
Das Wetter war perfekt, super sonnig mit einer leichten Brise. 

Vom Makahika Outdoor Pursuit Center km 1569 bis zur Dracophyllum Hut km 1596 – Wandertag 54, 26 km

Heute war die Nacht um kurz nach 05:00 Uhr zu Ende. Um 6:00 Uhr sind wir vom Makahika Outdoor Center gestartet.

Die Entfernungen in den Tararua Ranges werden nicht in km gemessen sondern in Stunden, da die Schwierigkeit des Terrains besser in der Dauer für die zu bewältigende Strecke gemessen werden kann.

Die ersten Kilometer waren Straße bis zum Parkplatz, dem Ausgangspunkt für den Track. Heute stand der Aufstieg zur Te Matawai Hut auf dem Plan, angegeben mit 8h Wanderzeit.

Gemäß der Empfehlung von John sind wir nicht den Te Araroa gefolgt, sondern sind erst dem „Ohau Gorge“-Pfad gefolgt und sind dann auf einen Parallelweg zum TA, dem „Gables End Track“, eingestiegen. Auf diesem sind wir durch schönen Wald von 200 Hm auf rd. 990 Hm aufgestiegen. Nach ca. 2/3 der Strecke verlief der Pfad über der Baumgrenze mit sehr schönen Aussichten bis zum Richards Knob. 

Nach dem Aufstieg ging es auf 660 Hm zum Butcher Saddle wieder hinunter in den Wald. Um dann zur Te Matawai Hütte auf 890 Hm wieder aufzusteigen. Der Aufstieg war für mich sehr fordernd, so dass ich, als ich endlich ankam, vor Erleichterung ein paar Tränen vergossen habe. Zudem sind wir alle in unseren jeweiligen Tempo gelaufen, so dass die meiste Zeit jeder für sich alleine war. 

In der Hütte, die nicht besonders einladend war, haben wir zu Mittag gegessen, Wasser gefiltert und darüber diskutiert, ob wir noch weitere 4h bis zur nächsten Hütte laufen. Wir haben uns dafür entschieden und auch damit Johns Empfehlung zu folgen. Bevor wir uns auf den Weg gemacht haben, hat Anouck noch die Leckerei (Geschenk von Sally und John) ausgepackt. Ferrero Rocher. Das hilft für die Motivation.

Also ging es von der Hütte auf den Pukematawai Berg auf rd. 1400m hoch. Um im Anschluss zur Dracophyllum Hütte zu laufen. Der Wald war wunderschön und die Wege waren, bis auf ein paar umgefallene Bäume, die zu umgehen waren, sehr schön und gut gepflegt. Das konnte ich während dem Laufen nicht wirklich genießen aber im Nachhinein war es sehr schön und abwechslungsreich. Markus hat uns die ganze Strecke über mit guter Laune motiviert. Ohne dass wäre ich nicht zur nächsten Hütte genommen.

In der Dracophyllum Hütte sind wir um 18:40 Uhr angekommen und waren total erledigt. Jur, ein Holländer, war bereits an der Hütte, so dass wir uns dazu gesellten.
Wir haben versucht unsere nass geschwitzten Sachen zu trocknen während wir uns organisierten und gegessen haben. Zwischendurch haben wir auch den an der Hütte versteckten Geocache gefunden. Ein FTF, d.h. wir waren die ersten die ihn gefunden haben!

Die Hütte ist für zwei Personen ausgelegt und hat ein Stockbett. Ein Bett hatte Jur bereits belegt, so dass Markus und ich im oberen Stockbett unter der Dachschräge ein Bett teilten und Anouck legte ihre ISO Matte in den Flur, damit war die Hütte mehr als voll.

Der Tag war der längste Wandertag und für mich auch der fordernste bisher. Aber die Sonne schien und Markus hat Anouck und mich den ganzen Weg von der Te Matawai Hütte bis zur Dracophyllum Hütte motiviert und aufgemuntert daher war der Tag super.