Nichts als Strand

Der Start war nicht ganz wie erwartet. Wir wurden im Motel abgeholt und zum Ausgangspunkt der Wanderung gefahren, Cape Reinga. Auf dem Weg im Auto hat es die ganze Zeit geregnet und wir waren schon leicht betrübt, dass unser Start wohl ins Wasser fallen würde. Aber als wir dann in Cape Reinga ankamen hat es aufgehört zu regnen, dafür war alles in Wolken gehüllt. Egal, man kann nicht alles haben. Der Leuchtturm muss bei klarem Wetter einen traumhaften Blick bieten, so haben wir gerade noch den Leuchtturm gesehen. Damit war der Start gelegt und die Wanderung ging los. 

Zuerst ging’s bergab auf breiten Weg in Richtung Meer. Das war schnell erreicht. Der erste Strandabschnitt war recht kurz, dafür ging es bereits kurz vor Ende durch den ersten Bach. Damit war auch klar die Füße sind schon am ersten Tag nass. Danach ging es steil den Berg hinauf etwas ins Hinterland um dann zum nächsten Stand zu gelangen. An diesem sind wir für rd. 8km entlang gelaufen um dann nach insgesamt 12km am ersten Camp anzukommen. 

Das Zelt war schnell aufgestellt und wir haben uns gut eingerichtet. Nach und nach kamen noch drei weitere Hiker dazu. Bruce, Andy und Balasz. Bruce trägt einerseits die Asche seines Vaters und Bruders bis ans Ende des Trails und zum anderen sammelt er für Großeltern, die ihre Enkel aufziehen und fördern. Und als drittes macht Bruce noch einen Podcast über die Wanderung. Andy läuft ein paar Tage mit Bruce mit und macht einige Filmaufnahmen. Für den Podcast würden wir schon interviewt. Wow, vielleicht kommen wir in diesem Podcast vor. Mal sehen. Die drei werden wir die nächsten zwei Tage in den nächsten Camps sehen. Es gab noch ein Abendessen und dann ging es ins Bett. Mitten in der Nacht sind wir aufgewacht weil es im Zelt raschelte. Nach etwas suchen haben wir die Ursache gefunden, Markus hatte einen Müsliriegel in der Hüfttasche des Rucksacks vergessen und ein Possum wollte diesen unbedingt haben. Nachdem wir den dadurch offenen Müsliriegel vor das Zelt geworfen hatten, hatten wir den Rest der Nacht Ruhe. Was für eine erste Nacht.

Der zweite Tag.

Der zweite Tag begann damit alles wieder zusammen zu packen und die nächste Etappe in Angriff zu nehmen. Es standen 4km im Hinterland bevor und dann noch 24km am nächsten Stand, den Ninty Miles Beach. 

Erst ging es ordentlich bergauf und bergab und zum Schluss auf ziemlich steilen Stufen wieder hinab zum Meer. Zum Glück ist der Stand bei Ebbe so fest dass man gut auf ihm laufen kann. Das Meer, der Stand und der Himmel sahen fantastisch aus, allerdings merkt man sehr schnell, das das Standlaufen ganz schön anstrengend ist. Zum einen für die Gelenke aber zum anderen vor allem Mental. Man sieht den ganzen Tag nur Stand, der Wind bläst einen die ganze Zeit ins Gesicht und man hat das Gefühl nicht vorwärts zu kommen. Aber irgendwann kommt man doch an, zum Glück.

Auch in diesem Camp haben wir das Zelt schnell aufgestellt, wobei es nicht einfach war einen Platz zu finden der nicht völlig im Wind lag. Die anderen kamen dann auch bald nach und nach im Camp an. Zudem kam auch ein örtlicher Jäger und Fischer mit seinen Hunden vorbei. Nach einigem reden hat er allen Bier angeboten, vor allem Bruce hat zugegriffen. Nach und nach gab es dann noch Weinbrand, bis Bruce und Andy von dem Jäger mit nach Hause genommen wurden und morgen wieder zum Camp gebracht werden. Markus hat auch ein Bier getrunken und danach haben wir was gegessen und die drei reden lassen. 

Die Nacht war ruhig und wir haben gut geschlafen. 

Der dritte Tag

Der Start verlief wie am Tag zuvor. Einpacken und los laufen. Frühstücken tun wir unterwegs jeweils einen Müsliriegel. Das funktioniert ganz gut. Aufgrund des Windes waren wir in unsere Regenjacken eingepackt, haben die Kopfhörer aufgesetzt und haben die nächsten 30km in Angriff genommen. Mein Muskelkater wollte mich zwar daran hindern aber was will man machen. Die Wanderung am Strand zehrt ganz schön. Es geht gefühlt nicht voran. Rechts immer das Meer und die Wellen. Links immer die Dünen. Immer wieder Zuflüsse die durchwatet werden, und ab und an ein paar Autos. Der Strand ist so fest, dass bei Ebbe Autos und Tourbusse den Strand entlang fahren. 

Während wir so laufen, hält neben Markus ein Auto. Drin sitzt Bruce, der gerade zum Camp gefahren wird, um die Etappe zu starten. Er hatte wohl einen ganz schönen Kater. Wir haben kurz nach der Begegnung eine Pause gemacht und Wraps mit Hühnchen (sweet Chili) aus der Dose zu essen und danach noch einen mit Erdnusscreme. Yummy. 

Der zweite Teil des Tages verlief wir der erste. Immer gegen den Wind. Und ich wollte endlich ankommen, mir tat alles weh. 

Wir haben uns heute für die Hukatere Lodge entschieden und ein Zimmer genommen – immerhin ist heute unser Hochzeitstag. Mit dem Anblick des Zimmers, des Bettes und vor allem der Badewanne, waren alle Muskelschmerzen schnell vergessen. Die Wirtin macht uns nachher noch was zu essen und damit wird der Tag abgerundet.

Ein Gedanke zu „Nichts als Strand“

  1. Hallo Markus,
    Habe gerade erst durch den Link von Robert Euren Blog entdeckt.
    Ist ja super,da können wir als Globetrotter ein Stück weit „mitreisen“und quasi live Eindrücke von dem tollen Land bekommen.
    Geniesst es und habt viel Spass!
    Viele Grüsse Desiree

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